Überblick
Der Bachelorstudiengang Vorderasiatische Archäologie an der Universität Heidelberg widmet sich der Erforschung der materiellen Hinterlassenschaften früher Hochkulturen im Orient. Studierende analysieren die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung einer Epoche von über 12.000 Jahren vom Westiran bis in die Türkei. Durch den Zugang zu einer der bedeutendsten Mesopotamien-Sammlungen Deutschlands bietet der Standort Heidelberg ein besonders praxisnahes Studienumfeld.
Studieninhalte
Über den Studiengang
An der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft und archäologischer Sachkulturforschung befasst sich der Bachelorstudiengang Vorderasiatische Archäologie an der Universität Heidelberg mit der Siedlungs- und Kulturgeschichte des Alten Orients über einen Zeitraum von rund 12.000 Jahren. Das Fach erschließt materielle Hinterlassenschaften als historische Quellen von den Anfängen der Sesshaftwerdung über die Urbanisierung bis zum Untergang altorientalischer Imperien. Der geografische Raum reicht vom Iran bis nach Syrien und in die Türkei sowie von Kaukasien bis Südarabien.
Studieninhalte & Module
Im Studium stehen die Erschließung und wissenschaftliche Aufarbeitung archäologischer Relikte im Vordergrund. Die inhaltlichen Schwerpunkte umfassen folgende Bereiche:
- Siedlungsgeschichte, Urbanisierung und Topografie altorientalischer Städte
- Architektur, Herstellungstechniken und Technologietransfer
- Handwerk und Kunst: Erforschung von Keramik, Geräten, Waffen, Skulpturen und Reliefs
- Kleinplastik und Glyptik: Artefakte aus Stein, Metall und Terrakotta sowie Siegelkunde
- Gefäß- und Wandmalerei
- Heranziehung altorientalischer Schriftquellen zur historischen Kontextualisierung
Berufsperspektiven
Absolventinnen und Absolventen qualifizieren sich für Tätigkeiten an Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie in Museen und Landesämtern für Archäologie und Bodendenkmalpflege. Weiterhin bieten Einrichtungen des Denkmalschutzes, Verlage, Bibliotheken, Archive, Dokumentationsabteilungen, Medien sowie Institutionen der Erwachsenenbildung vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten.
Besonderheiten
Ein herausragendes Merkmal am Standort Heidelberg ist die am Institut angesiedelte Uruk-Warka-Sammlung. Als Leihgabe des Deutschen Archäologischen Instituts umfasst sie mehr als 5.000 Objekte – darunter Keramik, Siegel, Geräte und Keilschrifttexte aus dem 4. bis 1. Jahrtausend v. Chr. – und gehört zu den drei größten Sammlungen mesopotamischer Artefakte in Deutschland. Zudem zeichnet sich der Standort durch universitäre Forschungsprojekte und Grabungen im Irak (unter anderem Assur, Šaduppûm, Bakr Awa) und in Syrien (Tuttul) aus. Der Studiengang wird in verschiedenen Bachelor-Varianten (75 %, 50 % und 25 %) angeboten.
Zulassung & Voraussetzungen
Keine Zulassungsbeschränkung, ohne NC
Sprachnachweise: Lesekenntnisse in Englisch und Französisch.
Bewerbung & Fristen
Studienbeginn: Sommer- und Wintersemester