Überblick
An der Universität des Saarlandes in Saarbrücken untersucht das Bachelor-Nebenfach Phonetik die vielfältigen Facetten der menschlichen Lautsprache. Studierende analysieren die Entstehung, akustische Übertragung sowie Wahrnehmung von Sprachlauten mithilfe wissenschaftlicher und empirischer Ansätze. Das fachübergreifende Studium ergänzt sprachwissenschaftliche Hauptfächer ideal und verknüpft theoretische Linguistik mit modernen Mess- und Analysemethoden.
Studieninhalte
Über den Studiengang
Forensische Sprechererkennung und die Entwicklung moderner Sprachtechnologien erfordern ein fundiertes Verständnis der gesprochenen Sprache. Das Nebenfach Phonetik an der Universität des Saarlandes befasst sich mit den physikalischen, physiologischen und wahrnehmungsbezogenen Grundlagen von Sprachlauten. Die Ausbildung verbindet sprachwissenschaftliche Theorie mit empirischen, experimentellen und datenanalytischen Untersuchungsmethoden.
Studieninhalte & Module
Das Nebenfach umfasst 63 Credit Points (CP) und ist modular aufgebaut. Es vermittelt sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Kompetenzen in der Datenverarbeitung und Lautanalyse.
- Methoden und Perspektiven der Linguistik (8 CP): Einführung in sprachwissenschaftliche Ansätze, statistische Grundlagen und linguistische Datenanalyse.
- Einführung in die Sprachtypologie (5 CP): Vielfalt menschlicher Sprachen, typologische Unterschiede, Universalien und phonologische Systeme.
- Einführung in die Phonetik und Phonologie (6 CP): Struktur von Lautsystemen, artikulatorische/akustische Eigenschaften und Transkriptionsprinzipien.
- Korpuslinguistik (6 CP): Computergestützte Auswertung von Textkorpora und Korpora gesprochener Sprache.
- Phonetische Transkription (6 CP): Analytisches Hören und Verschriftlichen deutscher sowie typologisch unterschiedlicher Sprachen.
- Experimentalphonetische Analyse (8 CP): Akustische Analysen, Audiotechnik und statistische Auswertung phonetischer Daten.
- Prosodie (8 CP): Experimentelle Analyse von Rhythmus-, Akzent- und Intonationsmustern.
- Sprachproduktion (8 CP): Physiologie von Artikulation, Stimmgebung und Sprechatmung sowie Untersuchungsmethoden.
- Sprachperzeption (8 CP): Wahrnehmung gesprochener Sprache, Modelle der Sprachverarbeitung und perzeptive Experimente.
Berufsperspektiven
Experten für gesprochene Sprache finden Einsatzmöglichkeiten an den Schnittstellen von Sprachwissenschaft, Technik und Kommunikation. Die vermittelten analytischen und experimentellen Methoden qualifizieren für unterschiedliche Anwendungsfelder.
- Forensische Sprechererkennung
- Sprachtechnologie
- Bildung und Fremdsprachenvermittlung
- Medienbereich
Besonderheiten
Das Nebenfach (63 CP) wird im Rahmen eines 2-Fächer-Bachelorstudiengangs (180 CP) absolviert. Es ist mit erweiterten Hauptfächern wie Germanistik, Anglistik (English: Linguistics, Literatures and Cultures) oder Romanistik (KLS / SKIP) kombinierbar. Die Lehre verknüpft Vorlesungen direkt mit Proseminaren und praktischen Übungen.
Zulassung & Voraussetzungen
Keine Zulassungsbeschränkung, ohne NC
Bewerbung & Fristen
Studienbeginn: Sommer- und Wintersemester